Von Selbstfindung, illegaler Zauberei & Zimtschnecken
Manchmal braucht man einfach einen gemütlichen Roman zum Runterkommen. Wenig Reize, kein Drama und eine Happy-End-Garantie. Da kam mir eine Cozy Fantasy Geschichte genau richtig vor.
„Spellshop“ war mein erstes Buch aus diesem Genre. Ich hätte erwartet, dass Cozy Fantasy sich von ernsten Themen fernhält und eine heile, reibungslose Welt erschafft. Doch dem war überhaupt nicht so. Zwar ist die Welt in „Spellshop“ bunt, süß und nichts scheint unmöglich, doch sie beginnt direkt mit einem ernsten Einstieg: Bibliothekarin Kiela und ihr Assistent Caz, ein sprechendes sassy Spinnenkraut, müssen aus der Bibliothek fliehen, die im Zuge eines politischen Umsturzes in Flammen steht.
Fortan ist „Spellshop“ ein angenehmes Hin und Her aus Marmeladenglasmomenten, herzerwärmenden Begegnungen (Miep!) und Kielas Reise zu sich selbst. Kiela war mir, trotz ihrer anfänglichen Verschlossenheit und scheinbaren Unzulänglichkeit, sofort sympathisch und ich hätte mich gerne auf ein Marmeladenbrot und einen Kaffee mit ihr getroffen.
Die Autorin webt ernstere Themen geschickt in Dialoge ein, wodurch die Geschichte deutlich mehr Substanz bekommt. Es geht um Macht und den Zugang zu Wissen, gesunde Kommunikation, das Setzen von Grenzen und Kommunizieren von Bedürfnissen. Die Liebesgeschichte ist super süß, nahezu dramafrei und non-toxic; und dadurch nicht automatisch weniger interessant.
Das Ende der Geschichte fand ich etwas wuselig und verkopft. Um Logik bemüht verliert sich die Autorin in Erklärungen und schnell aufeinanderfolgenden Handlungen. Dennoch ist das Finale sehr befriedigend und ich habe die Geschichte mit einem zufriedenen Lächeln beendet.
TL;DR
Herzerwärmende und gemütliche Geschichte voller Marmeladenglasmomente, die hier und da trotzdem einen ernsten Unterton schafft.
Book Tropes & Elemente:
Cottagecore, Going Home, Second Chance





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