[Rezension] Dungeon Crawler Carl | LitRPG Fiebertraum

von Matt Dinniman
Band 1 von (aktuell) 8
erschienen 2026 im TOR Verlag

Unterhaltsamer Fiebertraum mit D&D Vibes

Als Fan von Pen&Paper Games war ich sehr gespannt, wie gut sich die Spielmechanik als Roman verpacken lässt. Turns out: Sehr gut.

Die Geschichte hält sich nicht mit einer langen Einleitung auf und beginnt direkt mit der Übernahme der Erde durch Außerirdische. Sowohl die Übernahme an sich, als auch der Weltenaufbau und die Gepflogenheiten der Aliens sind so absurd, dass sich die Geschichte häufig wie ein Fierbertraum angefühlt hat. Eine KI mit Fußfetisch? Klar, warum nicht. Drogendealende Lamas? Why not. Matt Dinniman hat seiner Fantasie keine Grenzen gesetzt und so eine einzigartige, völlig abgedrehte, Dungeon-Welt aufgebaut.

Carl und Donut – ich meine natürlich Prinzessin Donut, waren das perfekte Duo, um durch die Geschichte zu führen. Nachdem die beiden im Dungeon angekommen sind und die ersten Kapitel sich noch etwas mit der Erklärung der komplexen Spielmechanik aufhalten, nimmt die Geschichte richtig an Fahrt auf. Spätestens als Prinzessin Donut sprechen kann fliegen die Seiten und Kämpfe nur so dahin. An dieser Stelle der Hinweis, dass es schon viel um die Spiellogik von Pen&Paper Games geht. Wer damit also nicht viel anfangen kann, wird möglicherweise enttäuscht.

Der Schreibstil von Matt Dinniman ist voller düsterem Humor. Er lässt seine Charaktere häufig zweifelhaft handeln und schwere Entscheidungen treffen. Das war manchmal hart, aber dafür wirkte es echt. Carl und Donut machen Fehler. Menschen leiden. Trotz der Brutalität, Albernheiten und scheinbar vollkommen realitätsfernen Handlung, lässt der Autor dennoch subtile Gesellschaftskritik einfließen. Matt Dinniman gelingt (meistens) der Spagat aus vermeintlich konsequenzfreiem Raum und moralischer Einordnung, was mir sehr gefallen hat.

Gen Ende wiederholt sich die Handlung etwas in ihren Abläufen bestehend auf kleineren Kämpfen, Bossfight und Loot, aber das ist nur eine kleine Kritik. Vor allem das direkte Ende war dann wieder sehr spannend. Lange habe ich kein Buch mehr mit so einem Cliffhanger gelesen.

TL;DR

Ein äußerst unterhaltsamer LitRPG-Fiebertraum voll düsterem Humor und subtiler Gesellschaftskritik.

Bewertung

Book Tropes & Elemente:

Found Family, Apocalypse, Wise Mentor, LitRPG

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