Anfänglicher 2012 Dystopie-Nostalgie Vibe wird abgelöst von lauwarmem Plot
Ich wollte „To Cage a Wild Bird“ wirklich lieben und habe mir eine starke, unbequeme Dystopie gewünscht.
Der Beginn war auch ein wahrer Nostalgie-Trip in das Dystopiefeeling um das Jahr 2012. Ich habe mich gefühlt wie damals beim Lesen von „Die Bestimmung“ und „Tribute von Panem.“ Die Idee mit dem Gefängnis und dem Jagen der Insassen hat mich teils sehr an die Hungespiele erinnert, aber ohne dass es sich angefühlt hätte wie eine Kopie.
Zunächst baut sich die Spannung rasant auf und die erste Hälfte des Buches habe ich richtig gerne gelesen. Doch dann beginnt der Plot sich etwas um sich selbst zu drehen. Der Autorin gelang es nicht, die Spannung zu halten und die Geschichte mündet dann leider in einem recht vorhersehbaren Ende. Letztendlich hätten 100 Seiten weniger der Geschichte gut getan.
Rückblickend empfinde ich das World Building als etwas oberflächlich und schnell abgehandelt. Die Konflikte sind flach und das Machtgefälle nicht deutlich genug spürbar. Ich hätte mir hier mehr Komplexität und Tiefgang gewünscht – gerade weil die Idee so spannend ist.
Raven als Protagonistin war mir sehr sympathisch. Sie ist tough, mutig und ich fand die Komplexität ihres Charakters; ihre Gedanken, Gefühle und Beweggründe, gelungen dargestellt. Allerdings kommt sie mir moralisch häufig zu leicht davon. Es gibt keine echte Ambivalenz, die ich als Lesende aushalten musste. Raven war nie auch mal ernsthaft unbequem oder unlikable.
Die Liebesgeschichte empfand ich für einen Slow Burn als zu schnell. So richtig warm bin ich mit Raven und Vale als Paar nicht geworden. Auch hier hat mir einfach der Konflikt und die Reibung gefehlt.
TL;DR
Zu Beginn spannender Nostalgie-Dystopie-Trip der dann unter einer flachen zweiten Hälfte leidet, die nicht viel Plot-Futter bietet.
Book Tropes & Elemente:
Enemies to Lovers, Forbidden Love, Forced Proximity, Slow Burn Romance, Found Family





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